Tanzfotografie Salzburg bedeutet für mich, Bewegung nicht nur sichtbar zu machen, sondern Haltung, Spannung und innere Prozesse zu erfassen.
Die Physical-Theatre-Performance MENGELE ZOO, die Anfang Dezember 2025 in der ARGEkultur Salzburg gezeigt wurde, stellte genau diese Herausforderung dar: ein vielschichtiges Bühnenwerk, das Tanz, Theater, Live-Musik und Medienkunst zu einem intensiven Gesamterlebnis verbindet. Die Choreografie von Jenny Szabo gemeinsam mit dem Ensemble bildet dabei das körperliche Fundament der Inszenierung und prägt die starke, unmittelbare Bildsprache auf der Bühne.
Inspiriert vom Roman des norwegischen Autors Gert Nygårdshaug, verhandelt das Stück zentrale Fragen unserer Zeit – Protest, Widerstand, Gerechtigkeit und die schmalen Grenzen zwischen Engagement und Radikalisierung. Die Geschichte eines Jungen, dessen ökologisches Engagement zum persönlichen Trauma wird, entfaltet sich nicht linear, sondern über Körper, Klang und Raum. Getragen wird diese Erzählung von den Performer:innen Patric Neves Lindström, Débora Posada, Thelonious Hamel und Jenny Szabo, ergänzt durch die Stimmen von Joshua McGregor und Julian Plattner, die der auditiven Perspektive des Protagonisten zusätzliche Tiefe verleihen.
Meine fotografische Arbeit entstand aus der Nähe zum Geschehen. Ich habe beobachtet, gewartet und im richtigen Moment ausgelöst – mit dem Anspruch, nichts zu glätten und nichts zu dramatisieren. Mich interessiert der Punkt, an dem Bewegung Bedeutung bekommt und der Körper beginnt, eine Haltung zu erzählen.

Was MENGELE ZOO für mich besonders macht, ist die Konsequenz der körperlichen Erzählweise. Macht, Ohnmacht, Widerstand und Empathie werden nicht erklärt – sie werden getanzt, gezogen, getragen, ausgehalten. Die von Teresia König (resa lut) gestaltete Szenografie und Projektionstechnik sowie die von Jenny Szabo entwickelte 3D-Umgebung schaffen dabei einen Raum, der sich stetig verändert und die physische Präsenz der Performer:innen verstärkt. Wasser auf der Bühne wird zum Widerstand, Seile zu Grenzen, der Körper selbst zum politischen Statement.
Diese Qualität spiegelt sich in meiner Tanzfotografie Salzburg wider. Ich verstehe meine Bilder nicht als reine Dokumentation, sondern als visuelles Weitererzählen. Ich halte Spannung, Erschöpfung und Entschlossenheit fest – Momente, die oft nur für Sekunden existieren und dennoch lange nachwirken.
MENGELE ZOO gibt keine einfachen Antworten. Die Performance fordert dazu auf, die eigene Perspektive zu hinterfragen und Ambivalenz auszuhalten. Meine Fotografien tragen diese Auseinandersetzung über den Aufführungsabend hinaus – als visuelles Gedächtnis einer Arbeit, die bleibt.
Jede Geschichte ist Teil eines größeren Ganzen. Hier findest du weitere Einblicke, Begegnungen und fotografische Momente, die mich bewegen und inspirieren.